Montag, 28. Januar 2013

Guter Rat?


Gehe jeden Tag zehn Minuten spazieren.

Sitze jeden Tag einige Minuten in der Stille.

Wenn du morgens aufwachst, vervollständige die folgende Aussage:
Mein Ziel heute ist es…

Lebe mit den drei E´s:
Energy (Energie)
Enthusiasm (Begeisterung)
Empathy (Mitgefühl)

…und mit den drei F´s:
Faith (Vertrauen)
Family (Familie)
Friends (Freunde)

Verbringe mehr Zeit mit Personen, welche über 70 sind und mit solchen, die unter 6 sind.

Träume mehr, während du wach bist.

Versuche, täglich mindestens drei Personen zum Lachen bzw. zum Lächeln zu bringen.

Nimm zur Kenntnis, dass das Leben eine Schule ist und du hier zum Lernen bist. Durchlaufe alle Tests. Probleme sind nur ein Teil des Lehrplans, die vorübergehen – wie eine Mathestunde. 
Aber die Lektionen, die du lernst, bleiben dir ein Leben lang.

Das Leben ist nicht immer fair, aber dennoch schön.

Du musst nicht jeden Streit gewinnen. Akzeptiere Unstimmigkeiten.

Vergleiche dein Leben nicht mit dem der anderen. Du hast keine Ahnung, wohin ihre Reise geht.

Lasse Kerzen brennen. Benutze das schöne Schreibpapier. Bewahre es nicht für eine besondere Gelegenheit auf. HEUTE ist das Besondere.

Niemand ist zuständig für dein Glück – außer Dir selbst.

Vergib allen für alles.

Wie gut oder schlecht die Situation auch sein mag, sie wird sich ändern.

Lass alles los, was dir nicht nützlich, nicht schön ist oder dir keine Freude macht.

Egal wie du dich fühlst: Steh auf, kleide dich an und zeige dich.

Ruf deine Familie und deine Freunde oft an.

Jede Nacht, bevor du schlafen gehst, vervollständige die Aussage:
Ich bin dankbar für…

Donnerstag, 24. Mai 2012

Wehe, wenn sie losgelassen!


Es soll ja Leute geben, die keine Hobbies haben.
Geht mir nicht so.

In dem Moment, in dem ein Arbeitsprojekt beendet ist,
schieße ich los – ungeduldig wie meine Katze bei nur spaltweise geöffneter Wohnungstür – & renne freudig auf die – in Arbeitszeiten meist schmerzlich vermissten – Lieblingsbeschäftigungen zu.

Ich räume endlich meine Küche auf. Ein bisschen. Dann liege ich 5 Minuten mit einem neuen Buch auf dem Sofa, bevor mir einfällt, dass meine Heilpraktiker-Lernunterlagen ja auch was sehr Interessantes sind. Parallel zum Artikel über die Unterschiede zwischen Autismus (Kanner-Syndrom) und Asperger frage ich mich, wie ich denn die Themen Fotobearbeitung, Tagebuch schreiben, Ausmisten, Meditieren, Spazierengehen, mal wieder was Schönes kochen, interessante Blogs lesen, Sachen bei ebay versteigern, mir Röcke nähen, Klamotten färben, Briefe und Postkarten schreiben, Ayurveda-Kekse und Früchtebrot backen UND Nichtstun noch mit unter diesen Hut kriege.

Immer öfter wünsche ich mir, ich könnte einfach Hausfrau sein. Natürlich ohne Kinder. Dann könnte ich mich endlich um die vielen spannenden Projekte kümmern, die aus allen Ecken nach mir rufen: Mach mich! Nein, lieber mich! Mach uns alle!

Zur besseren Übersicht hier mal wieder eine Liste. Übrigens habe ich ganz fest vor, meinen Fernseh- und iPadkonsum einzuschränken! Zweitens möchte ich üben, für einen längeren Zeitraum nur eine Sache zu machen. Ich merke, dass es mir z.B. schwerfällt, nur auf dem Sofa zu liegen und zu lesen. Alle 2 Minuten habe ich mit Ablenkungen zu kämpfen wie Hunger, Pipi, Durst, Google. Ich glaube, dass dieses Aufmerksamkeitsdefizit vom Internet kommt. Und dass ich es wieder lernen kann, mich für eine längere Zeit nur einer Sache zu widmen. Dann fühlt sich das Leben bestimmt gleich auch wieder viel weniger hektisch an...

So, und hier die Liste der liebsten Lieblingsbeschäftigungen
& aller Dinge, die noch viel besser sind als Krimis glotzen
& Tiny Tower spielen!

1. Auf dem Sofa liegen und lesen
2. Tagebuch schreiben
3. Ausmisten
4. Heilpraktikerzeug lesen & lernen
5. Im Park spazieren gehen
6. Leberwurstbrote essen
7. meine Fotosammlung sortieren, reduzieren, bearbeiten und mal wieder was bei Flickr reinstellen.
8. Freunden schreiben (Mails, Postkarten oder Briefe)
9. Einfach nur dasitzen.
10. Interessante Artikel in den diversen Fachzeitschriften lesen
11. Die Diplomarbeit über die Serie "Bloch" lesen, die ich im Internet gefunden habe
12. Perlenketten fädeln
13. Mit LEGO spielen
14. Alte Tagebücher lesen
15. Staub wischen
16. meinen Kühlschrank ausräumen
17. Malen
18. Mich mit den diversen Kreativbüchern beschäftigen und allerlei ausprobieren
19. Im Biosupermarkt einkaufen
20. Im türkischen Supermarkt einkaufen
21. Tabouleh machen

Ich merke immer wieder, dass das Allerwertvollste für mich ZEIT ist. Zeit zum Ausruhen nach anstrengender Arbeit, Zeit um den Kopf frei zu kriegen, Zeit um die Dinge in meinem Tempo zu machen. Also liebes Universum, für heute steht auf meinem Wunschzettel: Zeit! Bzw. ein gutes Durchhaltevermögen, damit ich mir meine Zeit gut für mich organisieren kann.

Und Geld. Das schadet nämlich nie!

Übrigens hat sich mein Wunschzettel vom letzten Mal in vielen Teilen erfüllt:

Ich konnte mir eine neue Digitalkamera kaufen (Hallo, TZ31!), habe das Heilpraktikerstudium angefangen und meine Garderobe hat sich erweitert. Auch Textilfarbe kam dabei reichlich zur Anwendung.

Ein Sofa hat sich in meiner Wohnung niedergelassen und wird von allen Familienmitgliedern freudig benutzt, ob zum Herumliegen oder Vollhaaren.

Das Büro hat sich von selbst erledigt – ich wusste eigentlich schon vor dem Einzug, dass ich kein Büro brauche.

Auch das Thema Geld im Allgemeinen hat sich dank eines großen Auftrages (der auch noch fast Spaß gemacht hat) positiv entwickelt.

Weiter so!!!!!

Ich geh dann mal Schuhe kaufen.

Sonntag, 4. März 2012

Ich habe sie noch alle beisammen. Die Wünsche.


Seit Wochen, genauer gesagt, seit einem etwas zu großzügig ausgefallenen Weihnachtsfest, verbunden mit zu häufigen Einkäufen Samstagabends um 21 Uhr beim Konsum sowie diversen kostspieligen Ausschweifungen mit der neuen besseren Hälfte in Verbindung mit einer leicht zurückgegangenen Auftragslage besteht mein Leben aus Wünschen. Aus (noch) unerfüllten Wünschen. In meinem Alltag tun sich immer mehr Lücken auf, die die Form von Kleidungs- und Möbelstücken sowie elektronischen Spielzeugen haben und die darauf drängen, gefüllt zu werden.

Ein Überblick, nach Wichtigkeit geordnet:

Superwichtigster Herzenswunsch: neue Digitalkamera.
Sie muss klein sein und in die Hosentasche passen. Und gleichzeitig darf sie gern technische Schnuckligkeiten haben. Momentan scheiden sich wohl die Geister an "Kleiner Sensor mit viel Megapixel und viel Zoom" oder "größerer Sensor mit weniger Pixeln und weniger Zoom, dafür die Haptik einer echten Kamera, wie man sie von früher kennt, und mehr Bildqualität".
Wir sprechen hier entweder von einer Lumix31 oder von der Lumix LX5. Oder vergleichbaren Modellen. Warum eine der beiden, oder auch beide, ein Herzenswunsch sind? Weil ich ohne Kamera kein Mensch bin und fotografieren für mich gleichbedeutend ist mit unbezahlbar vielen Stunden Glück. Wert: Ca. 350 EUR, bezahlbar hoffentlich in Raten.

Wunsch Nummer 2: Sofa oder andere Liegefläche fürs Wohnzimmer.
Das ist selbsterklärend – zum Herumlümmeln und Filme gucken mit der besseren Hälfte. Wert: So ab 200 EUR (ebay). Besonders gut gefällt mir das Tagesbett Hemnes von IKEA (Wert: 330 EUR, wenn man dazu die billigsten Matratzen nimmt.)

Wunsch Nummer 3: Schuhe.
Wie man hört, haben andere Frauen zahlreiche Paar Schuhe. Ich habe genau eins. (und ungefähr 12, die mir nicht mehr passen, nicht mehr gefallen, nicht das Richtige für die Jahreszeit sind, etc.) Was ich noch bräuchte: Was Robustes für immer. Damit ich nicht drüber nachdenken muss, welche ich mitnehme. Wohin auch immer. Und als Ersatz für die grünen Wanderschuhe von Jack Wolfskin, die nach meiner Pilgerfahrt im Sommer 2011 eine wohlverdiente letzte Ruhestätte im Mülleimer auf dem Flughafen in Santiago de Compostela gefunden haben. Wert: ca. 100-150 EUR für gute Wanderschuhe bzw. Duckfeet.

Wunsch Nummer 4: Klamotten.
Ich brauche keine Klamotten. Ich habe eine große Anzahl an gestreiften Hemden von H&M und an T-Shirts, die ich gern pullunderartig darüber ziehe. Das sieht immer ganz seriös aus und ermöglicht gewagte Farbkombinationen. Alle Hemden und T-Shirts sind Lieblingsstücke – die in mir eine gewisse Panik auslösen, wenn ich daran denke, was ich anziehen soll, wenn sich die bisher noch moderate Verbreitung von Löchern, aufgegangenen Nähten, Wollnübbelchen und dünnen Stellen im Stoff ausweiten oder intensivieren sollte. Insofern: Vorsorge ist vonnöten. In Form von mehreren Leinenhosen von H&M, am besten in Weiß (+ Textilfarbe) sowie mehreren Oberteilen, darunter gern auch Hemden zum Drunterziehen. Ich hoffe immer noch darauf, dass mein Lieblingshemdenmodell von H&M sich zum Klassiker entwickelt und wir uns dieses Jahr in der Frühjahrskollektion wiedersehen. Es kann auch geblümt statt gestreift sein, das macht nichts. Wert: 200-300 EUR. Nach oben natürlich offen.

Wunsch Nummer 5: Urlaub.
Die bessere Hälfte möchte in Urlaub fahren. Ich möchte ja vor allem nicht pleite gehen, aber in Verbindung mit einer neuen Kamera (meiner) und einem neuen, campingtauglichen Auto (ihrem) und wenn ich mir ganz viel Mühe gebe, kann auch ich der Idee "Südfrankreich" etwas abgewinnen. Wert: ca. 800 EUR.

Wunsch Nummer 6: Ist eigentlich kein Wunsch
90 EUR monatlich für die Ausbildung zum Heilpraktiker für Psychotherapie an der deutschen Heilpraktikerschule. Sowie 300 EUR Einschreibgebühr. Und genug Entschlossenheit, um mich wirklich einzuschreiben und es zu machen. Oder genug Vernunft/ Gelassenheit/ was auch immer, um es mit gutem Gefühl nicht zu machen. Am 26.4. geht es los.

Wunsch Nummer 7: Ist eigentlich auch kein Wunsch
Genug Aufträge und Geld, um das Büro in der Schwägrichenstraße auch dann weiterzubezahlen, wenn es wirklich Geld kostet. Also so ab Mitte des Jahres. Preis: ca. 240 EUR monatlich.

Wunsch Nummer 8: Geld.
Mein Kontostand und ich haben eine kleine Beziehungskrise. Außerdem gibt es 2 Menschen, die gern ein paar Zwei- und Fünfmarkstücke von mir zurückhaben wollen. Und einen Vermieter, der sich nach der zweiten Hälfte seiner Nebenkostenrechnung verzehrt. Egal, wie viel und wo es herkommt: Bares muss her. Mäuse, Kröten & Konsorten im Wert von 6.000 EUR stehen auf meinem Wunschzettel.

Wunsch Nummer 9-12:
ein iPhone.
das iPad 3.
ein MacBook Pro 17 Zoll oder so.
einen Eingabestift für iPad & Co. namens JustMobile Alu Pen (den kann mir der Osterhase mal im Gebüsch verstecken.)

Also, liebes Universum. Ich war immer brav und fleißig. Ich bin nett, lustig, kreativ und habe hohe moralische Grundsätze. Ich habe etwas Gutes verdient. Findest Du nicht? Doch.

Schick mir Geld. Es muss auch nicht nummeriert oder in kleinen Scheinen sein.

Sonntag, 1. Januar 2012

Dienstag, 28. Juni 2011

It's a mops life!



(Ich habe mich verliebt. In einen Vierbeiner mit weichem Fell.
Heute bei Starbucks.)

Freitag, 24. Juni 2011

Dienstag, 21. Juni 2011

a sweet memory.

I had a friend from Berlin here, and we talked about Jonathan. I have just thought about him, she said. What did you remember, I asked.
She smiled: I remembered what he wrote to you about the dessert.

I was in a hospital, having a hard time being annoyed by therapists.
He wrote me almost every day. One day, he wrote: I know you're having a hard time. It's like a desert you have to go through – no, not a dessert my dear, I'm sorry :)

What I loved about him, what I really loved, was how he made me laugh.

Samstag, 18. Juni 2011

Miniaturen


Eine weibliche Verwandte
Meine Oma war eine vornehme alte Frau mit schlanken Händen und Ringen an den Fingern. Ihre Handgelenke waren so dünn, dass enge Armreifen darumpassten. Sie fand meinen Vater ungehobelt, weil er etwas Grobes hatte, furzte und fluchte. Sie war immer zurückhaltend übte Kritik nur in Form leiser Ironie. Gleichzeitig beugte sie sich zähneknirschend den Regeln im Haus meiner Eltern. Sie ertrug tapfer, als mein Opa starb, und machte jedes Jahr brav eine Kreuzfahrt. Wenn man sie fragte, wie es ihr gehe, bewahrte sie Haltung. Nur manchmal klang Ihre Stimme belegt, und sie sagte, traurig und wütend zugleich: "Scheiße!"


Die Farbe Rot
Ich erinnere mich daran, wie ich zum ersten Mal meine Haare mit Henna färbte. Ich war 16 und hatte wochenlang darum gebettelt, ohne dass meine Eltern mehr dazu sagten als "Du spinnst wohl!".
Als ich es endlich tat und eines Samstags morgens mit leuchtend roten Haaren zum Frühstückstisch kam, mussten sie zugeben, dass mir die Farbe gut stand. Ich habe seitdem lange und kurze Haare gehabt, aber nie mehr meine Originalhaarfarbe getragen – die erste grauen Härchen bemerke ich nur, wenn der Haaransatz herausgewachsen ist.


Ein Geräusch
Ich habe nie gewusst, wie mich das Kreischen von Möwen an die letzten Tage mit Jonathan in Santiago de Compostela erinnert.
Erst als ich wieder dort war, im Spätsommer 2008, nahm ich sowohl das Möwengeschrei als auch den Geruch vom Meer wahr. Santiago hat ein kühles, luftiges Klima. In eine andere Zeit zurückversetzt, wanderte ich durch die Stadt und versuchte, durch den Tränenschleier in meinen Augen, mich selbst wiederzufinden.


Meine Grundschullehrerin
Ich erinnere mich an meine Klassenlehrerin in der Grundschule.
Frau Kley war eine strenge Person mit einem großen Herzen. Sie hatte braunes, störrisches Haar und viele kleine Falten um die Augen. Meist trug sie beigefarbene Seidenblusen mit Puffärmeln und Schleife und dazu einen konservativen Rock aus kariertem Wollstoff und Schuhe mit breiten Absätzen. Sie sprach ein abgehacktes, schnelles Rheinisch. Wenn man brav war, malte sie einem ein Sönnchen ins Heft. Für zehn Sönnchen konnte man sich bei ihr einen Aufkleber aussuchen. Wer frech war oder schwätzte, bekam einen Knuff.


Ein Essen
Ich erinnere mich nicht, was ich anhatte, als wir im Daitokai in Köln meinen 18. Geburtstag feierten. Woran ich mich erinnere, ist ein feierliches Staunen, der Geruch von heißem Öl und das Knistern der Fischstücke und Muscheln, die auf einer Steinplatte kurz angebraten wurden, bis sie eine feste Konsistenz bekamen. Ein Koch war nur für uns zuständig und hantierte kunstvoll mit einem scharfen Messer. Meine Großeltern, mein Freund Axel und ich müssen festlich angezogen gewesen sein, denn ein Besuch im Daitokai kostete 400 Mark. Ich erinnere mich nicht an die Fahrt nach Hause, aber daran, auf der Treppe zu meinem Zimmer bei der Rückkehr rote Rosen in Bierflaschen standen, auf jeder Stufe eine. Achtzehn Stück.


Regen
Es regnete in Strömen, als Bernard und ich von Santiago nach Arco wanderten. Neblig die Eukalyptusbäume in den Wäldern, rauschende Bäche die lehmigen Wege. Wir wurden klatschnass. In der Bar dampften die Klamotten, ich konnte kaum warten, also liefen wir im Regen weiter. Ich fing an, einen holprigen Wetterbericht auf Spanisch vorzutragen, während wir an den flachen, langgestreckten Gebäuden des galicischen Fernsehens vorbeikamen, und brachte Bernard damit zum Lachen.

(September 2009, nach einer Anregung aus dem Buch "Old friend from far away" von Natalie Goldberg. Für jede Übung hatte ich 3 Minuten Zeit, gemessen anhand eines Stundenglases mit rotem Sand.)

Donnerstag, 7. April 2011

Donnerstag, 31. März 2011

Über die Geduld

Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären...

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit...

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

(Rainer Maria Rilke)

Freitag, 16. April 2010

Es ist Frühling, und ich bin verliebt.

Unsere erste Begegnung vor vier Jahren bestand aus schlaflosen Nächten, wortkargen Frühstücken und tränenreichen Nachmittagen.

Ich habe den Blockbuster-Videoverleih besser kennen gelernt als Dich. Aus den aufregenden fremden Köstlichkeiten, auf die ich mich so gefreut hatte, sind Thai-Gerichte in Schachteln geworden, die ein Mann mit Schirmmütze vorbeibrachte.

Unsere Entdeckungsreisen fanden in der Mall statt und dauerten meist nicht lange. Zurück kamen wir nicht mit windzerzausten Haaren und neuen Bildern im Kopf, sondern nur mit Tüten voller Essen.

Obwohl ich ganz in Deiner Nähe war, konnte ich Dich nur selten erreichen. Ich habe mich eingesperrt gefühlt, obwohl ich wusste, dass die ganze Welt da draußen vor mir liegt. So war das mit uns.

Unsere kurze Episode fand in einem unserer dunkelsten Momente statt. Dennoch habe ich Dich nie vergessen. Trotz allem ist da Liebe, und Neugier auf alles an Dir, was ich im Oktober 2006 unentdeckt zurücklassen musste.

Meine wenigen Einblicke hinterlassen allenfalls eine Ahnung davon, wer Du bist:
Ein Underdog, anders als die anderen, und irgendwie ein bisschen stolz darauf. Lebensfroh mit einem Hauch Melancholie. Jemand, der sich einen Dreck um die Meinung anderer schert. Freiheitsliebend. Vielfältig. Verwirrend. Nie so, wie man denkt.

Dein Duft von Tarte aux Limon und schwarzem Kaffee kommt mir in den Sinn, gemischt mit dem Dunst von chinesischem Dim-Sum, gebuttertem Popcorn und einem wehmütigen, fast schmerzhaften Hauch von Zigarettenrauch. Wenn ich an Dich denke, höre ich das Glockengeläut vom Notre Dame, Geklapper von Pferdekutschen, und Menschen, die auf den Straßen in einer fremden Sprache schwatzend vorbeihetzen. Du sprichst diese Sprache, und dafür habe ich Dich immer geliebt.

Ich wollte unbedingt so werden wie Du.
Wollte Deine Sprache lernen, die seltsam nasalen Endlaute, die verschluckten Vokale, dieses kaum hörbare, weiche "s" wie in J'te d(s)ie, die religiösen Bilder in jedem Fluch – Tabernak! – und Deine schamlose Direktheit – N'importe quoi! Ich empfand mehr Zuneigung zu Dir als zu meinen eigenen Landsleuten, auch wenn sie noch so schönes Hochdeutsch sprechen.

Es lag nicht an Dir, dass ich damals gehen musste. Viele Male habe ich meine Entscheidung hinterfragt, habe bereut, dass ich Dir nicht mehr Zeit gegeben habe.

Wie oft habe ich versucht, aus den wenigen Erinnerungen, die mir bleiben, ein vollständiges Bild von Dir zu zeichnen. Ein paar Kupfermünzen, eine chinesische Kröte, die Reichtum verspricht, ein Ahornblatt. Rezepte für Pate Chinois und Rice Crispy Squares, eine Tüte mit Noix de Cajoux, Schmerztabletten der Marke Doli Rhume, ein französisches Wörterbuch für Kinder. Beweisstücke für Dein schönes Alltagsgesicht. Aber wie viel von Dir steckt in diesen Relikten? Wer bist Du?

Ich habe ja nicht einmal ein richtiges Foto von Dir. Nur eine verschwommene Aufnahme im Rückspiegel des beigemetallicfarbenen Buick – Be careful, objects may be closer than they appear, steht darunter. Closer than they appear, näher als Du denkst – vielleicht ist das die Täuschung, die uns in den vergangenen 4 Jahren voneinander ferngehalten hat. 6000 km, 9 Flugstunden – wenig, wenn man verliebt ist, aber viel zu viel, wenn man Angst hat.

Ich habe Dir nichts versprochen.
Unser Abschied war überstürzt, wortlos und traurig.
Ich habe nicht einmal gewusst, dass es ein Abschied ist.
Und danach dachte ich lange Zeit, es wäre für immer.

Heute halte ich die Arme auf und heiße Dich wieder in meinem Leben willkommen.

Ich werde Deine Sprache lernen, und endlich in Chinatown den Bubble Tea trinken, den Du mir so lange versprochen hast. Ich werde beim Depanneur einkaufen und im Jardin Botanique lustwandeln. Ich werde auf der Rue Ontario in einem billig erkauften Hostelbett ungeduldig auf den nächsten Morgen warten. Dann werde ich mit dem Tranport Public über den Fluss nach Brossard rüberfahren und all die Orte besuchen, die uns damals miteinander verbunden haben, so fest, dass es beinahe wehtat. Ich werde im Oratoire Saint Joseph ein Jubelgebet sprechen und mir den Bauch am Buffet Vegetarien vollschlagen. Am Lac Mephremagog werde ich sitzen, den iPod in der Tasche und Harmonium im Ohr.
Den Fluss werde ich runterfahren, so wie wir es damals schon machen wollten. Und diesmal werde ich Fotos machen. So viele, dass ich sie zwischendurch auf CD brennen muss. Ich werde Pfannkuchen mit Ahornsirup und frische Buttercroissants frühstücken. Ich werde still sein. Ich werde lauschen. Ich werde all den Menschen zuhören, die Deine Sprache sprechen. Ich werde ihnen in die Augen blicken und Dein Spiegelbild darin sehen.

Ich werde Zigarettenkippen auf die Straße schnippen und mir Dir über Deine englischsprachigen Landsleute lächeln. Ich werde Touristen schief anblicken und ihnen Deine Kultur erklären, geduldig, wieder und wieder, so, als wäre es meine.

Ich werde in Dir aufgehen.
Wir werden endlich zusammen sein.

Ich komme zurück zu Dir, Montréal. Schon bald.

Mittwoch, 31. März 2010

Samstag, 20. März 2010

Trost


eine Tasse Tee
ein heißes Bad
Spazierengehen
in der Natur sein
Sauna
sich in eine warme Decke kuscheln
Etwas kochen, mit vielen duftenden Kräutern
Hühnersuppe
Bei Starbucks sitzen und Chai trinken
Achtsamkeit üben
Kuchen backen
Salbeibrötchen backen
Kinderfilme angucken
meine Wärmflasche
Nichtstun
in den Arm genommen werden
Grießbrei
auf der Zoo-Veranda in der Sonne sitzen
den Ofen anheizen
Harry Potter-Filme
Bücher von Marian Keyes
mein Schlafzimmer

Sonntag, 14. März 2010

Aus dem Zettelkasten


Leben heißt,
auf etwas zuwandern.

José Ortega y Gasset

Donnerstag, 11. März 2010

Aus dem Zettelkasten


Die längste Reise
ist die Reise nach innen.


Dag Hammarskjöld

Mittwoch, 10. März 2010

"Wenn ich unterwegs bin, bin ich ich und gucke in die Gegend"


Aus einer poesietherapeutischen Arbeit über Frauenrollen.
Berlin im Dezember 2008.

Die Nomadin

Vielleicht sollte ich das tatächlich tun. Mir einen Koffer mit dem Nötigsten packen, der immer dasteht und darauf wartet, dass mich plötzlich die Reiselust packt – und der mich in sesshaften Tagen daran erinnert, dass ich jeden Tag losziehen könnte.

Ein Rucksack. Zwei Hosen, zwei Hemden, Wanderschuhe, ein Buch, Schreibzeug. Wenn ich unterwegs bin, brauche ich weniger, als wenn ich zu Hause bin. Ich brauche nur das, was ich wirklich brauche, nicht das, was die anderen an mir brauchen. Ich brauche nichts, um mich vom Leben abzulenken, um mich zu beschäftigen. Wenn ich unterwegs bin, bin ich ich und gucke in die Gegend.
Das reicht.

Es reicht, daran zu glauben, dass Schlafgelegenheiten, Mahlzeiten und Freunde auftauchen. Und das passiert tatsächlich: Es gibt immer eine Lösung, und ich liebe die Herausforderungen, die das Unterwegssein stellt, ich liebe die unerwarteten Geschenke und die Geschichten, die ich hinterher erzählen kann. Das ist mein Leben. Dafür bin ich gemacht. Vielleicht ein Schuss des großväterlichen Zigeunerbluts?

Ich bin viel sicherer in der Unsicherheit, der Ungeschütztheit des Wanderns. Ich habe kein Problem mit dem Leben, nur mit Konventionen, und die fallen weg, wenn man nachts um 2 mit durchgeschwitzten Klamotten in einem spanischen Busbahnhof auf den nächsten Morgen wartet. Oh, wie ich das liebe. Und wie viel Vertrauen ich dann in die Welt habe. Das ist mein Wunder.

Leider hat es die Nomadin in mir schwer, denn ein Nomadenleben ist ungewöhnlich und nicht leicht zu verstehen. So kann meine Liebe zum Unterwegssein als Flucht verstanden werden, als Ziellosigkeit, bemitleidenswert, weil ich vielleicht meinen Platz im Leben noch nicht gefunden habe. Das sagen zumindest die vielen Stimmen in meinem Inneren.

Die Nomadin in mir auszuleben, die Abenteurerin mit ihrem Mut und ihrer Neugier und der puren Lust am Leben – so unsicher es auch sein mag – ist nicht immer erlaubt. Zu groß sind die Sorgen der Mutter angesichts der gefährlichen weiten Welt. Was sie sich selbst nicht trauen würde, das darf auch die Tochter nicht. Und vielleicht schwingt auch eine ganz persönliche Angst mit:
Der Großvater, der so sehr geliebt wurde, der war auch so einer. Und wohin hat es ihn gebracht?
Nach Afrika, jauchzt die Nomadin, nach New York, in die Camarque, nach Venedig!
Unsinn, er hatte nie Geld und ist irgendwann gestorben.

Aber alle sterben, funkelt die Abenteurerin.
Sie finde diese ganzen Sorgen lächerlich, denn sie hat schon in der Fremde Freunde gefunden, sie hat auf Flughäfen geschlafen, sich auf dem Busbahnhof in Barcelona das Portemonee klauen lassen und nachts um 4 zwischen Nürnberg und München den ADAC gerufen.
Welch Alptraum, sagt die Mutter.
Die Nomadin kichert – sie fühlt sich in solchen Momente lebendig und endlich am richtigen Platz.

Es fällt ihr schwer, die passenden Klamotten fürs Büro auszusuchen – aber sie kann einen Rucksack packen, sie weiß, wie viele km sie ihren Füßen in der ersten, zweiten und dritten Woche einer Pilgerreise zumuten kann, und sie kann auf Englisch, Spanisch und Französisch nach dem Weg fragen. Sie weiß, wie man Fußblasen behandelt und auf einem Campingkocher ein Dreigängemenü kocht. Für sowas ist sie Expertin. Und das ist genauso gut wie alles andere, auch wenn die Eltern etwas anderes sagen.

Ist sie manchmal einsam, die Nomadin? Ganz sicher – aber nie völlig. Einsam ist sie dann, wenn sie glaubt, man müsse immer mit jemand zusammen sein. Wohl fühlt sie sich, wenn sie wieder und wieder erkennt, dass sie sich selbst genug sein kann, weil sie weiß, dass sie gut für sich sorgt. Und was noch fehlt, dafür sorgt das Leben.

Braucht sie eine Heimat, die Nomadin? Ja und nein. Sie hat ihre Heimat in sich: Die Fähigkeit, überall ihre Tasse und ihr Buch so zu platzieren, als wäre es im eigenen Wohnzimmer, und ein Ruhen in sich selbst, das es ihr ermöglicht, sich auch im Massenschlafsaal noch einen privaten Raum zu schaffen.

Ihr Zuhause liebt sie trotzdem: Als Standquartier, um Kraft zu schöpfen und ihre Reiseerinnerungen zu sammeln – bis es wieder losgeht.

Vor dem Aufbruch

Sie ist eine Abenteurerin in Filzlatschen, nicht hier und nicht richtig dort. Ihr Leipzig ist das Wohnzimmer der Nation, ein behäbiger Literatursalon, in dem verstaubtes Kabarett voller Klischees dargeboten wird.

Fettbemme einsfuffzig. Hier können Sie noch in D-Mark bezahlen. Ob wirklich noch jemand einen Sparstrumpf voller Markstücke unterm Bett hat?

Leipzig ist ein Ort für politisch korrekte junge Familien. Das Kind geht in den Waldkindergarten, die Pastinaken kommen vom Biobauern, und wer krank ist, geht erstmal zum Heilpraktiker. Spirituell interessierte können sich zwischen 20 Sorten Yoga entscheiden, es sei denn, sie fühlen sich doch mehr zur Tanztherapie im Rauchfrei-Cafe hingezogen. Das ist gerade Mode. Oder liegen die Flyer nur deshalb überall herum, weil niemand hingeht?

Leipzig ist kein Platz für Singles. Leipzig ist ein Ort zum Ankommen. Wer seinen Platz noch nicht gefunden hat, braucht hier nicht zu suchen.

Ihre Wohnung ist eine Oase. Hier herrscht ein ständiger Kampf zwischen Ordnung und Chaos. Wer sie besucht, vergisst die Scham über den eigenen Staub in den Ecken. Es gibt Wichtigeres. Bei ihr trinkt man den weltbesten Kaffee, und ihre Suppen können Leben retten.
Es ist oft still bei ihr. Der Lärm des Lebens bleibt draußen auf der Straße. Die Katze schnurrt in der Ecke, eng zusammengerollt und friedlich. Ein schöner, großer Kater mit gemütlicher Wesensart.

Wie der Herre, so's G'scherre, grinst sie mich an.

Diese Stille. Was macht sie eigentlich den ganzen Tag? Ich stelle mir vor, wie sie in ihrem Sessel den ersten Kaffee trinkt. Zum Arbeiten hat sie den größten Schreibtisch der Welt - die ganze Stadt. Mit Zettel und Stift sitzt sie im Zoo und schaut den Zebras nach, sie wandert durch den Park und verbringt Stunden im Cafe.
Es zieht sie nach draußen. Ein Zuhause kann man nur schätzen, wenn man viel unterwegs ist - genau wie das Unterwegssein ein Basislager, eine Heimat braucht, wohin man zurückkehren kann.

Ihr Basislager, ihre Heimat, ihr Rückzugsort: Ein kleines, helles Zimmer von kühler Klarheit oder sonniger Wärme, je nach Wetterlage. Hier steht das Bett, Platz des himmlischen Friedens. Ein schlichter Schreibtisch steht daneben, darüber ein Regal. Hier geht sie in sich, hier kommt sie zu sich. Hier betritt sie die Welt ihrer Erinnerungen. Der ganze Jakobsweg ist hier, in Briefen, Büchern, Fotos, Aufzeichnungen. Eine Tür, die immer offen ist.

Hier sitzt sie oft und träumt von neuen Abenteuern, von der Liebe und vom Glück. Die Wanderschuhe stehen schon bereit.


> Dieser Text entstand im Oktober 2007 in Leizig bei einer Schreibwerkstatt mit Ingeborg Woitsch zum Thema Übergänge.

"Die Welt ist nicht ein Fenster, die Welt ist ein Spiegel"

Unter dieser Überschrift waren die Teilnehmerinnen eingeladen, zu untersuchen, inwieweit sie anhand ihrer näheren und ferneren Umgebung (mein Zimmer - meine Wohnung – mein Viertel –
meine Stadt) ein Bild von sich selbst skizzieren können.

Wo gibt es Parallelen?
Was gefällt mir, was nicht?
Was habe ich mir selbst ausgesucht, wo bin ich "reingeraten"?
Wie passt die Geschwindigkeit meiner Umgebung zu mir?
Finde ich eher Offenes oder Beschützendes?
Ist meine Wohnung ein- oder "ausladend"?

Sonntag, 7. März 2010

"Das hast Du gut gemacht!"








Der Taschenapplaus zum Mitnehmen.

Material:
Gute Worte, Büttenpapier, Hutgummi, ein alter Wäscheknopf aus Omas Nähkasten.

Werkzeug:
Meine alte Schreibmaschine, Reißbrett, Skalpell

Entstanden:
Im Dezember 2009 als Weihnachtsgeschenk für eine gute Freundin, die ein bisschen Applaus verdient hat.

Dienstag, 2. März 2010

Lonely Island Letter #2: February 2010


Making my own time zone

When you're a late riser, days are always too short.
Wake up at 10,
breakfast until 12,
frickeln und friemeln at home until 2,
then ride downtown for appointments, grocery shopping,
and yet it's 6,
and there is still nothing written,
no coffee and cake taken,
no homemade gnocchis made for dinner.

It's so frustrating! Today, when I came back at 6, I had this frustrating feeling again, but an idea popped up in my mind:
What if I make my own timezone?

In my world we have central european time minus two. That means, when everyone has their first coffee break, for me it's waking up time. When they have lunch, I have breakfast. When they have tea time, on my clock it's lunch time. When I have tea time, they're already taking dinner. And when I have dinner, many of them are already in their pajamas.

I'm constantly in a state of bad conscious for being too late. In the mornings I don't make it out of bed in time, at night I try hard to fall asleep at 12, but mostly stay wide awake until 2.

So today when I came back home at 6, I just put the clock back on 4, and immediately felt better: Afternoon coffee break time!

While I write this, it's 5.30 on my clock, and there's still enough time to write a little before preparing dinner. What a gift, two extra-hours. I feel liberated!

Color of the month February
Blue. Like the sky.

Around me:
Diana is busy preparing a performance festival.
You can see the light in Karins kleinem Laden in der Könneritzstraße!
Luise has booked her flight to Florida and will stay her last month in Germany in my guestroom.
My father is home again, after more than a month up north for construction inspection. The house of my childhood will be gone soon. I'm already homesick.
Jonathan is alive and just gave me a sign of life, which didn't sound very happy, but very much like him.
Marina has some space left in her timetable. Call her for freelance jobs!

What I learned in February
Every inner voice has a positive message, even if it doesn't sound like it.

Books
I was still reading "The book thief" when I came across the books of Stieg Larsson, which I have been wanting to read for a long time yet. I'm still busy reading the third one. They're not great literature, but who said that only great literature means great fun? For an afternoon in the sauna losing myself in another world they're just perfect.

Movies
I just discovered the new series "In treatment – der Therapeut".
It's a pearl. I'm grateful and surprised to find something like this on TV. It's slow, quiet, the setting is very simple, just therapist and patient, talking. But nothing is missing.
You have 4 Patients: Laura, Alex, Sophie and the couple Amy and Jake. On fridays, Paul, the therapist, sees his supervisor, Gina, who's a most impressive wise old woman. My favorites are the sessions with Sophie and with Gina. It's sooooo interesting how all these people are in denial about their feelings. You can easily identify with one of them, as we all have our secrets, don't we?

Also, it was "Parallel reality month" – I watched "The Jacket" and "Die Vorahnung." Interesting for everyone who liked "Butterfly effect".
I like the philosophical aspect about it: What if we could change the past? Would it change also the present?

What I'm into at the moment/researching:
Old cell phones. I'm planning to buy every cellphone I've ever had to start an "Old Cellphone Museum". Isn't it interesting how much a little ringtone can guide the way to our memories? That's because in our times the cellphones are companions of everyday. And our ears are good in keeping memories, almost as good as our nose.

I'm wondering if there's a posibility to create a "Portable Camino Museum"? I need to find these transparent zip-bags you use to archive pieces of evidence.

More things I'm into: Learning how to make home made Gnocchis. Finding the right spices to prepare home made Chai Tea with my own spice mix. Spring-Cleaning. Having fresh lillies every week.

New in February:
- Stieg Larsson books
- "In Treatment"
- Mangos, Papayas, Melons and Ananas
- Bircher Müsli for breakfast
- Home made Chai tea
- three pairs of perfect Jeans
- a rosemary bush from the supermarket that feels pretty well on my window sill above the warm heating. It has already some fresh green shoots.

Question of the month
Do I want cigarettes or do the cigarettes want me?

Wisdom of the month
When someone you love is in trouble, and he's very chaotic, you can decide to grow chaotic with him or to stay stable. What would you do, when someone has fallen into the river – would you just jump after him or would you stay at the solid floor of the riverbank to offer him your hand so that he can pull himself out?

My special thanks in january go to:
Stieg Larsson, for hours of reading pleasure.
My new dentist, for empathy.
Mr. S., for wisdom and patience.
Jonathan, for teaching me a lesson about myself.

Future plans:
Be happy and healthy.
Be open to whatever comes my way.

Wish you all a creative march!
Stefka

Montag, 1. März 2010

Aus dem Zettelkasten


Schreiben, bis man
an das eigene Unglück
nicht mehr glaubt, im
Glück des Schreibens.

Elias Canetti