Donnerstag, 24. Mai 2012

Wehe, wenn sie losgelassen!


Es soll ja Leute geben, die keine Hobbies haben.
Geht mir nicht so.

In dem Moment, in dem ein Arbeitsprojekt beendet ist,
schieße ich los – ungeduldig wie meine Katze bei nur spaltweise geöffneter Wohnungstür – & renne freudig auf die – in Arbeitszeiten meist schmerzlich vermissten – Lieblingsbeschäftigungen zu.

Ich räume endlich meine Küche auf. Ein bisschen. Dann liege ich 5 Minuten mit einem neuen Buch auf dem Sofa, bevor mir einfällt, dass meine Heilpraktiker-Lernunterlagen ja auch was sehr Interessantes sind. Parallel zum Artikel über die Unterschiede zwischen Autismus (Kanner-Syndrom) und Asperger frage ich mich, wie ich denn die Themen Fotobearbeitung, Tagebuch schreiben, Ausmisten, Meditieren, Spazierengehen, mal wieder was Schönes kochen, interessante Blogs lesen, Sachen bei ebay versteigern, mir Röcke nähen, Klamotten färben, Briefe und Postkarten schreiben, Ayurveda-Kekse und Früchtebrot backen UND Nichtstun noch mit unter diesen Hut kriege.

Immer öfter wünsche ich mir, ich könnte einfach Hausfrau sein. Natürlich ohne Kinder. Dann könnte ich mich endlich um die vielen spannenden Projekte kümmern, die aus allen Ecken nach mir rufen: Mach mich! Nein, lieber mich! Mach uns alle!

Zur besseren Übersicht hier mal wieder eine Liste. Übrigens habe ich ganz fest vor, meinen Fernseh- und iPadkonsum einzuschränken! Zweitens möchte ich üben, für einen längeren Zeitraum nur eine Sache zu machen. Ich merke, dass es mir z.B. schwerfällt, nur auf dem Sofa zu liegen und zu lesen. Alle 2 Minuten habe ich mit Ablenkungen zu kämpfen wie Hunger, Pipi, Durst, Google. Ich glaube, dass dieses Aufmerksamkeitsdefizit vom Internet kommt. Und dass ich es wieder lernen kann, mich für eine längere Zeit nur einer Sache zu widmen. Dann fühlt sich das Leben bestimmt gleich auch wieder viel weniger hektisch an...

So, und hier die Liste der liebsten Lieblingsbeschäftigungen
& aller Dinge, die noch viel besser sind als Krimis glotzen
& Tiny Tower spielen!

1. Auf dem Sofa liegen und lesen
2. Tagebuch schreiben
3. Ausmisten
4. Heilpraktikerzeug lesen & lernen
5. Im Park spazieren gehen
6. Leberwurstbrote essen
7. meine Fotosammlung sortieren, reduzieren, bearbeiten und mal wieder was bei Flickr reinstellen.
8. Freunden schreiben (Mails, Postkarten oder Briefe)
9. Einfach nur dasitzen.
10. Interessante Artikel in den diversen Fachzeitschriften lesen
11. Die Diplomarbeit über die Serie "Bloch" lesen, die ich im Internet gefunden habe
12. Perlenketten fädeln
13. Mit LEGO spielen
14. Alte Tagebücher lesen
15. Staub wischen
16. meinen Kühlschrank ausräumen
17. Malen
18. Mich mit den diversen Kreativbüchern beschäftigen und allerlei ausprobieren
19. Im Biosupermarkt einkaufen
20. Im türkischen Supermarkt einkaufen
21. Tabouleh machen

Ich merke immer wieder, dass das Allerwertvollste für mich ZEIT ist. Zeit zum Ausruhen nach anstrengender Arbeit, Zeit um den Kopf frei zu kriegen, Zeit um die Dinge in meinem Tempo zu machen. Also liebes Universum, für heute steht auf meinem Wunschzettel: Zeit! Bzw. ein gutes Durchhaltevermögen, damit ich mir meine Zeit gut für mich organisieren kann.

Und Geld. Das schadet nämlich nie!

Übrigens hat sich mein Wunschzettel vom letzten Mal in vielen Teilen erfüllt:

Ich konnte mir eine neue Digitalkamera kaufen (Hallo, TZ31!), habe das Heilpraktikerstudium angefangen und meine Garderobe hat sich erweitert. Auch Textilfarbe kam dabei reichlich zur Anwendung.

Ein Sofa hat sich in meiner Wohnung niedergelassen und wird von allen Familienmitgliedern freudig benutzt, ob zum Herumliegen oder Vollhaaren.

Das Büro hat sich von selbst erledigt – ich wusste eigentlich schon vor dem Einzug, dass ich kein Büro brauche.

Auch das Thema Geld im Allgemeinen hat sich dank eines großen Auftrages (der auch noch fast Spaß gemacht hat) positiv entwickelt.

Weiter so!!!!!

Ich geh dann mal Schuhe kaufen.