Der Raum, in dem ich lebe
passt in einen Rucksack.
Er ist unendlich weit,
der Raum, in dem ich lebe.
Jeden Morgen packe ich mein Leben ein.
Ich trage es mit mir herum.
Der Raum, in dem ich lebe
passt in einen Rucksack.
Sonntag, 26. April 2009
Rondell
Samstag, 25. April 2009
Gnade
Der Moment,
in dem der Lärm des Kampfes
einer unendlichen Stille
und Müdigkeit weicht
und wir schlafen können
und träumen
und wieder aufwachen
und atmen
das ist das Geschenk
unendlichen Schmerzes.
Wunsch
Den Worten den Rücken kehren
still ist es ohne Gespenster
alles loslassen und wiederfinden
im klaren Wasser, im Stein
im Holz und in der Erde
dort, wo beim Aufwachen
im Tau der Regenbogen blitzt.
Mittwoch, 22. April 2009
Donnerstag, 26. März 2009
Donnerstag, 22. Januar 2009
Sonntag, 18. Januar 2009
Freitag, 2. Januar 2009
Dienstag, 9. Dezember 2008
Camino
Steine und Staub, schneebedeckte Ferne
trockenen Boden, von Rissen durchsetzt
Ich habe die rote Erde des Rioja geliebt
die dampfenden Weinberge in der Sonne
bliebe ich hier liegen, ich würde verdorren
Ach, was liebte ich die grüne Meseta
im Frühling
wo jeder Blick 1000 Schritte weit reicht
Ich liebte Kastilien
trocken und heiß
nie hab ich seitdem mehr die Störche gehört
Ich liebte Leon,
weiße Herrlichkeit, die der Blick kaum umfasst
dazu gutes Essen und ein weiches Bett
Ich liebte die Berge
stieg singend hinauf
nach Astorga, Rabanal und Foncebadon
Selbst O'Cebreiro schreckte mich nicht.
Was liebte ich Galicien!
Hier verlor ich mein Herz
an Kuhweiden und Eukalyptuswälder
an die Hühner, an alten Stein.
Hier in Galicien
möchte ich Schafe hüten
Im Regen möchte ich sitzen und die Feuchtigkeit atmen
eine Flöte werde ich mir schnitzen
Lieder werde ich singen
von Heimweh und Ankunft.
(Valencia, Mai 2008)
Montag, 8. Dezember 2008
In der Zwischenzeit
Sonntag, 7. Dezember 2008
A collection of winter haiku
Erster Dezember
steif gefroren und schneeweiß
die Wäsche im Hof
dreh dich noch mal rum
der erste der heut erwacht
muss kohlen holen
ein warmes Versteck
hinterm Ofenholzstapel
Katze an Katze
vor meiner Hütte
eine verwitterte Bank
und warme Decken
ein nasser schneeball
so traf dein tiefer blick mich
ganz unerwartet
weiß weiß weiß weiß weiß
für Schneemann und Rennschlitten
Wolkenversprechen
Der Duft des Winters
in einer Papiertüte
Heiße Maronen
Jeder Atemzug
spricht vom eiskalten Morgen
in Nebelwölkchen
Ein Licht im Dunkel
Auf der Spitze der Tanne
die weiße Mütze
ein leichter Windstoß
beim Öffen der Tür zittern
die Kerzenflammen
gedämpfte Töne
die ganze Welt eingehüllt
in Schnee und Stille
Ein Dämmerstündchen
Geschichten und Bratäpfel
in Omas Küche
Mühsam hinauf zieht
die alte Frau den Schlitten
mit ihrem Christbaum
He, guten Morgen!
wer braucht schon einen Wecker
am Nikolaustag?
Weihnachtsferien
es riecht nach nassen Jacken
im stillen Schulhaus
in allen Fenstern
leuchten zur Dämmerstunde
die Weihnachtsbäume
Die Uhr tickt langsam
fast scheint sie still zu stehen
am Weihnachtsmorgen.
Großmutter lächelt
Ihr habt ja im Weihnachtsbaum
noch echte Kerzen
Dienstag, 21. Oktober 2008
im Herbst
die roten Blätter
tanzen wie Flocken im Wind
so verweht der Herbst.
in einer Pfütze
ein Handschuh, rot, aus Wolle
wer ihn wohl vermisst?
Ende Oktober
Reif auf dem Hinterhausdach
der erste Nachtfrost

